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Entstehung von Familiennnamen

Zur Entstehung von Familiennamen im heutigen Sinn, also Namen, die geerbt wurden sowie vererbbar sind und somit Einzelpersonen die Zugehörigkeit zur Familie bestätigen, muß bis ins Mittelalter zurückgegangen werden.

Aus Gründen von Erbansprüchen auf Besitz war ein vererbter Name, seit 1037 Konrad II. die Erblichkeit der Lehen zugestanden hatte, für den Adel vorrangig. So entstanden gegen Ende des X. Jahrhunderts die ersten deutschen Familiennamen.

Auch bei Bürgern beinhaltete der Name ein gewisses soziales Ansehen, indem er die Zugehörigkeit zur Schicht der Besitzenden anzeigte und sie gewissermaßen von Personen, die nur Rufnamen trugen, unterschied.

Diese Entwicklung dürfte auch durch den Einfluß aus romanischen Ländern, deren Strukturen die Registrierung vieler amtierender Personen verlangte, beeinflußt worden sein. Familiennamen kamen im IX. Jahrhundert zuerst in Venedig auf und verbreiteten sich im X. Jahrhundert über Norditalien nach Südfrankreich. Seit dem XII. Jhdt. wurde die Registrierung auch in west- und süddeutschen Städten üblich.

Aus diesem Umstand wird auch verständlich, weshalb viele Familiennamen ihren Ursprung im west- und süddeutschen Sprachraum haben.

Die Zweinamigkeit war bereits im XIII. Jahrhundert im südl. deutschen Sprachraum eine Massenerscheinung. Jedoch auch im Norden und Osten war dieser Vorgang bis zum Anfang des XV. Jahrhunderts im wesentlichen vollzogen. Dieser Gesamtprozeß verlief in großen und kleinen Städten bis auf das Land unterschiedlich. Am Oberrhein führen bereits im XIV. Jahrhundert viele Bauern Familiennamen, andere ländliche Gegenden schlossen die Familiennamen-Gebung erst im XVII. und XVII. Jhdt. ab, Friesland erst im XIX. Jahrhundert. Selbst soziale Gruppen verhalten sich unterschiedlich. Vorreiter ist seit dem X. Jahrhundert der Adel, es folgen, Ministerialen, Patrizier, Kleinbürger und Bauern.

Über lange Zeit hinweg wurde den Familiennamen geringeres Gewicht als den Rufnamen beigemessen. Grammatiker empfehlen bis Mitte des XVII. Jahrhunderts den Rufnamen groß und den Familiennamen klein zu schreiben. Die Bezeichnung Nachname zeigt, daß man sie lediglich als Zusatz zum Rufnamen empfand.