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Einführung in die Heraldik Im XI. Jahrhundert befanden wir uns in der vollen Hochblüte der romanischen und am Beginn der gotischen Kunst. Vom christlichen Gedankengut erfüllt erneuern sich die Kenntnisse von der Welt. In diesem Strudel von Denken und Handeln predigt Papst Urban II. den ersten Kreuzzug (1095), um die in die Hände der Ungläubigen gefallenen heiligen Plätze zu befreien. Menschenmassen von Westeuropäern aus allen Gegenden und allen sozialen Klassen kommen so in Berührung mit dem Orient. Kaum 30 oder 40 Jahre nach dem ersten Kreuzzug sehen wir die ersten Wappen auftauchen. Und dann, sehr schnell nach dem zweiten Kreuzzug (1147) wird ihr Gebrauch bei Adligen und Rittern allgemein. Die Wappen sind also im Verlauf der ersten Kreuzzüge oder bald danach in Folge eines großen Bedürfnisses nach Erkennbarkeit auf Entfernung entstanden. Diese Entstehung war keine plötzliche und war zahlreichen Einflüssen unterworfen. Vor dem ersten Kreuzzug finden wir keinerlei Spur von Wappen, was durch zahlreiche, sehr verschiedenartige Dokumente bestätigt wird. Da die Heraldik während der ersten Kreuzzüge entstand ist es nicht verwunderlich, daß sie vom Orient mitbeeinflußt ist. Byzantiner und Mohammedaner wandten während des ersten Kreuzzuges ein geschlossenes System von Farben für die Embleme ihrer Truppen an. Bereits im IX. und X. Jhdt haben die Byzantiner und andere Orientalen Fahnen mit Lätzen und führen auf diesen, wie auf ihren Schilden Embleme, die den heraldischen Emblemen ähnlich sind. In der Heraldik gibt es ein Grundprinzip: Wappen sind dauerhaft und erblich, d.h. daß ein Mann nicht ohne triftigen Grund ein Wappen ändert, und daß er es, wenn er es von seinem Vater geerbt hat seinen Kindern hinterläßt. Während des XII. und XIII. Jahrhunderts gab es jedoch eine große Zahl von Ausnahmen. Die gleiche Person führt zwei vollkommen verschiedene Wappen oder Mitglieder der gleichen Familie führen mehrere verschiedene Wappen. Ursprungsformen der Wappen gibt es deren drei: Feldzeichen der Landherrschaften; Siegelbilder großer Familiendynasten und großen Lehensträgern; Schild des einzelnen Ritters mit Metall verstärkt, eine typische Hauptstütze der Lehenszivilisation. Aus Einführung in die Heraldik, nach dem Handbuch der Heraldik von Galbreath und Jéquier. Battenberg Verlag. |
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